Zu den aktuellen Toureninfos


Hallo Freunde der Berge!


Hier nun die 2.Toureninfos für 2010.

Dem Winter haben wir in Norwegen Adé gesagt. Zum ersten Mal draußen Klettern dieses Jahr waren wir im April auf dem Berliner Teufelsberg.
Zur Planung:
Das laufende Jahr ist mittlerweile bis auf den letzten Urlaubstag durchgeplant. Eventuelle Änderungen werden von mir regelmässig eingepflegt, so dass
ihr Euch -unabhängig von den Toureninfos- über den aktuellen Stand der Tourenplanung informieren könnt.


Berichte:
Norwegen ( Hemsedal ) April 2010

Vom 11. bis zum 25.April 2010 waren wir in Mittelnorwegen. Dort haben wir in Hemsedal eine Hütte gemietet. Hemsedal ist die nördlichste
Kommune der Provinz Buskerud. Die Berge gehen dort bis knapp über 1900 Meter (Høgeløft 1920 m Meter). Für skandinavische Verhältnisse  ist
das eine mittlere Höhe, wenn man bedenkt, dass der höchste norwegische Berg -der Galdhøpiggen- 2469m hoch ist und die Täler überwiegend tiefer
als in den Alpen liegen. Um die Höhenleistung trotz der im Vergleich zu den Alpen geringen Höhe deutlich zu machen, steht diesmal in der Liste der
Touren&Gipfel die Ausgangshöhe bei Gipfeltouren.
Wenn man von Süden kommt, ist es das erste höhere Gebiet in Norwegen. Daher kann man von den südlich gelegenen Bergen weit ins Flachland
schauen.


Die Skisaison geht in Hemsedal bis Anfang Mai und damit länger als in den Alpen. Hemsedal hat ein großes Loipennetz und zwei Abfahrtskigebiete.
Das erste mal war ich im Sommer 1995 dort und das zweite mal 1999. Beim Vergleich von Wanderkarten aus den 90ern ist zu sehen, dass die
Wanderwege ausgebaut wurden.


Das Besondere bei der 1200 Kilomter langen Fahrt von Berlin nach Hemsedal und zurück war der Wechsel vom Frühling in den Winter. Bei Ankunft
der Fähre Hirtshals - Larvik in Südnorwegen gab es an der Küste keine Schneereste mehr. Diese häuften sich jedoch bei der Fahrt ins Landesinnere
und die Temperaturen gingen langsam zurück.


In Hemsedal lag dann noch viel Schnee. So auch im Bereich unserer Urlaubshütte im abgelegenen Grøndalen auf 840 m. Direkt hinter der Hütte
läuft eine Loipe, die weiter hinauf ins Fjell führt.


Nachteil der Loipen war allerdings, dass sie tagsüber schon antauten und in der Nach wieder gefroren. Solche Loipen sind tagsüber
sehr schnell, vor allem bei Gefälle. Mich hat es an solchen Stellen mehrmals aus der Spur gerissen, so dass wir nach zwei Tagen beschlossen,
Abfahrtski und Schneeschuhwanderungen zu machen.
Für Schneewanderungen und Tourenskigehen ist Norwegen ideal, da die Berge meistens nicht so steil wie in den Alpen sind.


Bevor wir mit dem Abfahrtski anfingen, haben wir noch eine für skandinavische Verhältnisse alpine Besonderheit ausprobiert. Oberhalb
des Ortszentrums von Hemsedal steht der Berg Vesle Røgjin, dessen oberer Gipfelaufbau sehr steil und daher im Winter oft schneearm ist.
In die SW-Wand des Berges hat man vor ein paar Jahren einen Klettersteig gelegt, den man auch im Winter machen kann.


Klettersteige sind etwas Besonderes in Skandinavien und bisher so gut wie unbekannt, auch wenn es genug Felswände gibt, die die Anlage
von Klettersteigen erlauben.


Nach dem Klettersteig ging es am nächsten Tag auf die Skipiste. Hemsedal hat zwei, räumlich getrennte Abfahrtskigebiete. Das kleinere ist das
Solheisen Skicenter, welches Ende April nur noch am Wochenende geöffnet war und das größere Hemsedal Skicenter. Der Skipass ist etwas teurer
als in den großen alpinen Skigebieten, wenn man vergleicht, wieviel man an Pisten geboten bekommt. Auch bei der Skiausleihe muss man etwas mehr
zahlen. Diese Mehrkosten konnten wir durch die mit 700 Euro für zwei Wochen Hüttenmiete ausgleichen. Es war ein Grund, weswegen wir in der
Nachsaison gefahren sind. In der Hauptsaison und insbesondere an den Feiertagen sind Hütten in Skandinavien teuer. Ein weiterer Grund in der
Nachsaison zu fahren, war das längere Tageslicht und das geringere Aufkommen auf den Pisten.


Ungewöhnlich ist bei der Bewertung der Abfahrtsrouten, dass es noch Grüne Routen gibt. Diese Pisten sind besonders leicht, können allerdings
auch recht steile Abschnitte aufweisen. Als besonderes Highlight wird die Abfahrt vom Totten 1497m erwähnt, welche die höchste in ganz
Skandinavien sein soll.
In den fünf Tagen Abfahrtski gab es recht unterschiedliche Pistenverhältnisse, zu denen auch Neuschnee beigetragen hat. Dieser hat mir als
Anfänger einmal solche Schwierigkeiten bereitet, dass ich stürzte und mir dabei eine Schulter zerrte.
Das Wetter war in den zwei Wochen überwiegend gut, denn in Norwegen ist der April der niederschlagsärmste Monat.
Die letzten Tage nutzten wir für Schneeschuhwanderungen. So z.B. im Mørkedalen ( Finstertal ) auf die Slettetind (Ebenenzinne).


Im Talgrund sieht man das schwarze Band der E52 neben dem veschneiten See Eldrevatn. Solche Fernstraßen sind von ihrer Funktion her
mit deutschen Autobahnen und Bundestraßen vergleichbar. Autobahnen gibt es in Norwegen nur wenige Kilometer um Olso herum.
Die Dimension E- Fernstraßen erinnern meistens an unsere Landstraßen. Diese überregionalen Straßen werden im Winter geräumt. Kleinere
Straßen mit lokaler Bedeutung, ohne ständig anwesende Anrainer werden hingegen meist nicht geräumt. Solche wenig oder garnicht geräumte
Straßen sollte man mit normalen PKWs meiden. Es kann einem sonst wie uns ergehen, dass man steckenbleibt und etwas Zeit braucht, um
das Auto frei zu schaufeln.
Von den Kosten (Skipass, Skiausleihe, Fahrtkosten) her ist ein Skiurlaub in Skandinavien teurer als in den Alpen. Die dortige Landschaft und
Möglichkeiten machen einen Winterurlaub dort aber lohnend.


Stand 9.Mai 2010








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